Cluj

Cluj lief mir 2007 als ca. 9-monatiger Cluj in Sibiu, 10 Tage, nachdem "er mich adoptiert hat".Streuner in Rumänien zu. Seinen Namen hat er von der ersten grösseren Stadt, durch die wir kamen: Cluj-Napoca = Klausenburg.

Er lief von Anfang an neben meinem Liegerad her, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Er war ein Kraftprotz und grosser Schmuser, jedoch mit anderen Hunden ein grosser „Showkämpfer“ – mit ihnen zu spielen interessiert ihn bis heute nicht.

Micâ

Micâ sass nur zwei Wochen später im Graben eines Parkplatzes, vom Auto überfahren, geschätzte 3 Monate alt. Da hatte ich plötzlich 2 Hunde…
Der gebrochene Oberschenkel wuchs von allein wieder zusammen –Micâs Lauf verheilt langsam, immerhin kann sie schon wieder sitzen. leider schief, darum hat sie heute noch Probleme mit dem Bein. Sobald Micâ wieder laufen konnte, stellte sich heraus, sie war vollkommen kopflos, hektisch, z.B. sie zu streicheln war nicht möglich.

2007 bis 2009 reisten wir durch Rumänien, Ungarn, Österreich, Deutschland, Litauen, Polen. Micâ tat sich sichtlich schwer mit neuen Orten, Leuten, Situationen. Ich versuchte, sie an einen guten Platz zu vermitteln, doch fand ich niemanden, dem ich sie anvertraut hätte. Heute bin ich froh darum.

Im Sommer 2008 wurden die Hunde vor einem Einkaufszentrum in Litauen gestohlen, eine der schrecklichsten Episoden unseres gemeinsamen Lebens. Es dauerte 30 Stunden, bis beide wieder da waren.  Beim Herumfahren und „Gesucht“-Zettel Aufhängen am folgenden Tag entdeckte ich Cluj zufällig von Weitem. Ein Obdachloser hatte ihn sich mit einem Gummiband ans Bein gebunden. Der Arme bekam kaum Luft!
Micâ und Cluj in MünchenZwei endlos scheinende weitere Stunden vergingen, bis wir auch Miĉa wieder hatten, denn die hatte er bereits an Bekannte weiterverkauft. Die Hunde waren danach mehrere Tage lang vollkommen durch den Wind.

Im November 2009 liessen wir uns in der Schweiz nieder. Seit wir 2011 Uwe Friedrichs Ausbildungsmethoden kennenlernten, konnten wir unsere Beziehung sowie die Erziehung und Ausbildung der Hunde noch wesentlich verbessern.

Besonders die Nasenarbeit hat es uns angetan – für Micâ ist das die langersehnte intensive Auslastung, die sie aufgrund ihres kaputten Beines sonst nicht bekommen kann.
Cluj liebt die Sucharbeit ebenfalls, doch war bei ihm der Schlüssel die Longierarbeit, mit der ich die Kommunikation zwischen uns wesentlich verbessern konnte.

Arthur – in memoriam

Arthur war mein erster eigener Hund,Arthur auf der Burg ein Australian Shepherd/Golden Retriever-Mix. Er erwies sich als absoluter Glücksgriff. Ruhig, besonnen, friedlich, ohne jegliche jagdliche Ambition, gelehrig und mit einem unglaublichen will-to-please ausgerüstet, wurde er der beste Hund, den man sich wünschen kann.

Nach meiner Lehre zur Baukeramikerin begaben wir Zwei uns auf die Walz, bereisten Europa und Afrika zu Fuss, per Anhalter und mit dem Fahrrad. Arthur war damit schwer gefordert – immer unterwegs, ständig neue Menschen, neue Orte – manches Mal war er froh, wenn ich Arbeit gefunden hatte und wir eine Weile an einem Ort blieben. Herzensbrecher, der er war, konnte er alle und jeden um den Finger wickeln  – es gelang ihm sogar, das Herz manch Arthur in Aktioneingefleischten Hundehassers zu erweichen und bei einigen ängstlichen Menschen die Angst vor Hunden zu mildern.

Er hatte sein eigenes Wanderbuch, in dem ihm unsere Gastgeber und diverse Bürgermeister seine Reise dokumentierten, wie es bei Wandergesellen üblich ist.

Mit zehn Jahren wurde er krank, viel zu früh und für mich aus heiterem Himmel, war er doch bis dahin topfit. Er hatte die Veranlagung zu Schrumpfnieren geerbt. Er starb in Wien, Weihnachten 2006.

Ich bin dankbar für die gemeinsamen Jahre und diese wunderbare Beziehung. Und ich bin traurig, dass ich Uwes Erziehungsmethoden nicht früher kennengelernt habe. Wie viel Motivation und geistige Aktivität habe ich ihm durch die traditionelle Erziehung vorenthalten.

Arthur hätte es verdient gehabt!

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