Miss Watson

Schon immer wollte ich mal einen Zwerghund haben, einfach aus Interesse, wie sich das anfühlt. Und siehe da, auch als Fachperson ist man gegen den „Jöööh-Faktor“ nicht immun – von diesem hat sie reichlich. Ein Malteser-Pudel-Mix, auf einem Bauernhof im Kanton Luzern geboren, fügt sich die Süsse hervorragend in unsere Familie und die Situation mit wechselndem Unterricht und Sittinghunden ein. Die Ausbildung zum Spürhund macht ihr grossen Spass. Ich bin gespannt, wie weit die Kleine dabei noch über sich selbst hinauswachsen kann und wird. 

Cluj

Cluj lief mir 2007 als ca. 9-monatiger Cluj in Sibiu, 10 Tage, nachdem "er mich adoptiert hat".Streuner in Rumänien zu. Ich sagte ihm, dass ich ihn nicht wolle, doch das interessierte ihn nicht. Er schien zu sagen „Ich bin jetzt da, gewöhn dich daran“. Was ich auch anstellte, ich wurde ihn nicht mehr los. Er lief von Anfang an neben meinem Liegerad her, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Er war ein Kraftprotz und grosser Schmuser, jedoch mit anderen Hunden ein grosser „Showkämpfer“ – mit ihnen zu spielen interessiert ihn bis heute nicht.

Seinen Namen hat er von der ersten grösseren Stadt, durch die wir kamen: Cluj-Napoca = Klausenburg.

Mittlerweile kämpft Cluj gegen eine Niereninsuffizienz und hat seine verdiente Rente angetreten. Er ist immer noch gerne dabei, zeigt im Unterricht manchmal „wie es geht“ und ist der beste „grosse Bruder“ für all unsere Sittinghunde. Ansonsten freut er sich, wenn er einfach schlafen und fressen darf, aber längere Spaziergänge oder sonstige Anstrengungen möchte und kann er nicht mehr leisten. Darum geniessen wir einfach die gemeinsame Zeit, die uns noch bleibt. Jeder weitere Tag ist ein Geschenk. Danke dass es dich gibt, mein Grosser!

Micâs Lauf verheilt langsam, immerhin kann sie schon wieder sitzen.

Micâ – im memoriam

Micâ sass nur zwei Wochen nachdem Cluj mich „adoptiert“ hatte im Strassengraben, vom Auto überfahren, geschätzte 3 Monate alt. Da hatte ich plötzlich 2 Hunde…
Der gebrochene Oberschenkel wuchs von allein wieder zusammen – leider schief, darum hatte sie zeitlebens Probleme mit dem Bein. Sobald Micâ wieder laufen konnte, stellte sich heraus, sie war vollkommen kopflos, hektisch, z.B. sie zu streicheln war nicht möglich.

2007 bis 2009 reisten wir durch Rumänien, Ungarn, Österreich, Deutschland, Litauen, Polen. Micâ tat sich sichtlich schwer mit neuen Orten, Leuten, Situationen. Ich versuchte, sie an einen guten Platz zu vermitteln, doch fand ich niemanden, dem ich sie anvertraut hätte. Rückblickend bin ich froh darum. Sie wurde eine grossartige Spürhündin. 

Micâ und Cluj in MünchenIm November 2009 liessen wir uns in der Schweiz nieder. Seit wir 2011 die TEAMCANIN-Ausbildungsmethoden kennenlernten, konnten wir unsere Beziehung sowie die Erziehung und Ausbildung der Hunde noch wesentlich verbessern. Besonders die Nasenarbeit hatte es ihr angetan – für Micâ die langersehnte intensive Auslastung, die sie aufgrund ihres kaputten Beines sonst nicht bekommen konnte. 

Sie wurde, entgegen aller Erwartungen, volle 11 Jahre alt. Zum Ende machten Demenz und Epilepsie uns das Leben schwer, doch sie blieb fröhlich bis zum Ende. 

Danke für einige der wertvollsten, aber auch schwierigsten Lektionen die ich durch dich lernen durfte. Deine Unruhe, situative Unsicherheit und dein dennoch grosser Ernst stellten uns vor so manche Herausforderung. Trotzdem hatten wir knapp elf gemeinsame Jahre voller Lebensfreude und Erfolge. Du warst grossartig!  

Arthur – in memoriam

Arthur war mein erster eigener Hund,Arthur auf der Burg ein Australian Shepherd/Golden Retriever-Mix. Er erwies sich als absoluter Glücksgriff. Ruhig, besonnen, friedlich, ohne jegliche jagdliche Ambition, gelehrig und mit einem unglaublichen will-to-please ausgerüstet, wurde er der beste Hund, den man sich wünschen kann.

Nach meiner Lehre zur Baukeramikerin begaben wir Zwei uns auf die Walz, bereisten Europa und Afrika zu Fuss, per Anhalter und mit dem Fahrrad. Arthur war damit schwer gefordert – immer unterwegs, ständig neue Menschen, neue Orte – manches Mal war er froh, wenn ich Arbeit gefunden hatte und wir eine Weile an einem Ort blieben. Herzensbrecher, der er war, konnte er alle und jeden um den Finger wickeln  – es gelang ihm sogar, das Herz manch Arthur in Aktioneingefleischten Hundehassers zu erweichen und bei einigen ängstlichen Menschen die Angst vor Hunden zu mildern.

Er hatte sein eigenes Wanderbuch, in dem ihm unsere Gastgeber und diverse Bürgermeister seine Reise dokumentierten, wie es bei Wandergesellen üblich ist.

Mit zehn Jahren wurde er krank, viel zu früh und für mich aus heiterem Himmel, war er doch bis dahin topfit. Er hatte die Veranlagung zu Schrumpfnieren geerbt. Er starb in Wien, Weihnachten 2006.

Ich bin dankbar für die gemeinsamen Jahre und diese wunderbare Beziehung. Und ich bin traurig, dass ich TEAMCANIN nicht früher kennengelernt habe. Wie viel Motivation und geistige Aktivität habe ich ihm durch die traditionelle Erziehung vorenthalten.

Arthur hätte es verdient gehabt!

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